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Bambus Terrassendielen

Bambus Terrassendielen

Obwohl in der Welt der Terrassen seit vielen, vielen Jahren Holz ganz klar der beliebteste Werkstoff ist, heißt das nicht, dass sich abseits des Favoriten nichts tut. Ja, die Natürlichkeit, die Langlebigkeit und die sehr moderaten Preise machen Holz zu einem bemerkenswerten Komplettpaket. Aber: Es gibt nicht wenige Menschen, die auf der Suche nach Alternativen sind. In der jüngeren Vergangenheit war deshalb unter anderem ein klarer Trend zu Bambus Terrassendielen zu beobachten. Wo liegen die Vorteile dieser Dielenvariante? Gibt es auch Nachteile? Wie werden die Bretter überhaupt hergestellt? Und sind Bambus Terrassendielen am Ende eine gute Alternative zu Holzdielen?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie werden Bambus Terrassendielen hergestellt?
  2. Welche Vorteile haben Bambus Terrassendielen?
  3. Welche Nachteile haben Bambus Terrassendielen?
  4. Fazit: Darum führen wir keine Bambus Terrassendielen

1. Wie werden Bambus Terrassendielen hergestellt?

Um die Besonderheit des Herstellungsverfahrens von Bambus Terrassendielen zu verstehen, müssen wir uns zunächst die Produktionsweise von Holz Terrassendielen etwas näher ansehen. Holz Terrassendielen werden in der Regel einfach aus einem Stück Holz gefertigt. Bei Bambus Terrassendielen sieht das gänzlich anders aus. Wer beide Pflanzen – einen Baum und eine Bambusstaude – gegenüberstellt, der wird auch schnell verstehen, warum das so ist.
Bambus hat einfach keinen Querschnitt, der breit genug wäre, um aus ihm ein entsprechend großes Brett gewinnen zu können. Also bedienen sich die Hersteller anderer Methoden.

    • Am Beginn erfolgt die Aufspaltung der geernteten Bambusrohre in kleinere Teile – die sogenannten Lamellen.
    • Diese Lamellen werden in weiterer Folge thermisch behandelt. Entweder gekocht oder mit heißem Wasserdampf karbonisiert. Dieser Vorgang sorgt für die dunkle Färbung des Endprodukts. Bambus ist von Natur aus eher hell. Durch die Karbonisierung bzw. die Erhitzung wird der Zucker im Bambus karamellisiert -> dunklere Farbe.
    • Die präparierten Fasern werden nun in Phenolharz getränkt.
    • Die in Phenolharz getränkten Elemente werden nun unter hohem Druck (warm oder kalt) zu einem robusten und widerstandsfähigen Brett gepresst, aus welchem schlussendlich die Terrassendielen produziert werden können.
Der Unterschied zwischen Bambus und Holz
Wer Holz- und Bambusdielen zu Vergleichszwecken nebeneinanderlegt, der wird zunächst keinen Unterschied feststellen. Differenzen in Farbe und Oberflächengestaltung sind nicht relevant. Aber eine grundlegende Sache ist anders: Bambus ist kein Holz. Bambus ist ein Süßgras!

2. Welche Vorteile haben Bambus Terrassendielen?

Die Liste an guten Eigenschaften der Bambus Terrassendielen ist lang. Neben der schnellen Wuchsgeschwindigkeit des Ausgangsmaterials kommen eine überdurchschnittliche Härte und noch einige weitere Vorzüge hinzu. Bevor wir uns näher mit den einzelnen Charakteristiken beschäftigen, möchten wir diese für einen besseren Überblick kurz aufzählen. Die Vorteile von Bambus Terrassendielen sind:

    • Bemerkenswerte Härte
    • Geringe Umweltbelastung
    • Nur wenig Vergrauung
    • Sehr pflegeleicht
    • Keine Auswaschungen
    • Niedriger Preis

Was sich hinter diesen schönen Schlagworten genau verbirgt, sehen wir um Folgenden etwas genauer an.

Härte: Bambus Terrassendielen können es in Sachen Härte, Robustheit und Witterungsbeständigkeit nicht nur ohne Probleme mit ihren Kollegen aus Holz aufnehmen, sie sind ihnen in Wahrheit sogar überlegen. Auch den Hölzern aus der Dauerhaftigkeitsklasse 1. Zudem arbeiten Bambuselemente deutlich weniger als Holzdielen.

Umweltbelastung: Bambus hat gegenüber Holz einen besonders großen Vorteil: Die Pflanze wird durch die Ernte nicht zerstört. Entfernt wird lediglich der oberirdische Trieb, die Wurzeln im Erdreich bleiben erhalten. Zudem wächst das Süßgras besonders schnell nach. Manche Arten schaffen bis zu einem Meter pro Tag. Verglichen mit den Bäumen in Mitteleuropa bindet Bambus bis zu viermal so viel CO2. Düngemittel sind für die Aufzucht der Pflanzen übrigens nicht nötig, dasselbe gilt für Extra-Bewässerung.

Vergrauung: Holz reagiert stark auf den UV-Anteil der Sonnenstrahlung, die Farbe verblasst, eine graue Patina bildet sich. Der Grund dafür ist, dass die UV-Strahlung den Holzinhaltsstoff Lignin zersetzt. Damit ist auch klar, warum es eine Vergrauung bei Bambus Terrassendielen nicht geben kann: Bambus ist kein Holz, weist diesen speziellen Inhaltsstoff also nicht auf. Die einzige beobachtbare Veränderung an Bambusdielen unter freiem Himmel: Sie werden mit der Zeit etwas heller.

Pflege: Anders als bei Holzdielen ist eine Oberflächenbehandlung mit Pflegeölen bei Bambus Terrassendielen nicht obligatorisch. Sie können also gerne darauf verzichten – was den Pflegeaufwand deutlich senkt. Wer die makellose Optik der Bretter erhalten möchte, der kann allerdings zu Bambusöl greifen und seinen Dielen etwas Gutes tun.

Auswaschungen: Im Gegensatz zu den allermeisten Holzarten enthält das Süßgras Bambus keine wasserlöslichen Bestandteile. Die Gefahr durch vom Regen ausgewaschene Farbstoffe, die unschöne Flecken auf Fassaden und anderen Objekten hinterlassen, besteht somit nicht.

Preis: Besonders im direkten Vergleich mit Tropenhölzern schneiden Bambus Terrassendielen viel besser ab. Grund dafür ist die hohe Wachstumsgeschwindigkeit. Bambus ist deshalb kein so rares Gut wie viele Holzarten und kann zu niedrigeren Preisen angeboten werden.

3. Welche Nachteile haben Bambus Terrassendielen?

Ja, die Liste an Vorzügen von Bambus Terrassendielen ist lang. Leider ist jene der Nachteile nur unwesentlich kürzer. Und leider überwiegen die negativen Seiten von ihrer Gewichtung her auch die positiven. Dazu aber später in unserem Fazit mehr. Mit welchen Minuspunkten müssen Sie nun also rechnen, wenn Sie sich für Bambusdielen entscheiden oder zumindest mit dem Gedanken spielen?

    • Überdurchschnittlich langer Transport
    • Kein reiner Naturwerkstoff
    • Fehlende Langzeiterfahrung
    • Anfällig für Schimmelbildung
    • Aufwendige Verarbeitung

Transport: Bambus wächst nicht um die Ecke, Bambus wächst in weit entfernten Gebieten. Deshalb ist der Transportaufwand auch deutlich höher als beispielsweise bei heimischen Hölzern. Die Ökobilanz der Terrassendielen leidet darunter enorm, die sonstigen ökologischen Vorteile des Süßgrases können diesen Minuspunkt nicht aufwiegen.

Naturwerkstoff: Anders als Holz ist Bambus kein reiner Naturwerkstoff. Bei der Produktion kommen unterschiedliche Klebstoffe und Phenolharze zum Einsatz. Die fertigen Bambus Terrassendielen bestehen deshalb auch zu einem nicht unerheblichen Anteil – der von Hersteller zu Hersteller variieren kann – aus diesen Zusätzen. Besonders bedenklich: Die Klebstoffe dünsten unter Umständen gesundheitsgefährdende Stoffe (z. B. Formaldehyd) aus.

Langzeiterfahrung: Der Trend hin zu Bambus Terrassendielen ist ein vergleichsweise junger. Interessierte können deshalb (noch) nicht auf Erfahrungen anderer Terrassenbesitzer zurückgreifen. Ein Nachteil, der mit der Zeit verschwinden wird, jetzt bringt er den Bambusbrettern aber einen weiteren Minuspunkt ein.

Schimmel: Bambus ist – das haben wir mittlerweile an mehreren Stellen festgehalten – ein Süßgras, kein Holz. Süßgräser bestehen zu einem großen Teil aus Zucker. Und genau das macht die Terrassendielen besonders anfällig für Schimmel. Um dessen Wachstum und jenes anderer Pilze zu verhindern, müssen die Hersteller tief in die chemische Trickkiste greifen und zu starken Präparaten greifen. Umweltfreundlich sieht anders aus.

Verarbeitung: Ein Punkt, der sowohl in den Vor- und Nachteilen vorkommt? Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Die Rede ist von der besonderen Härte der Bambus Terrassendielen. Während diese in Sachen Haltbarkeit ein ganz klarer Vorteil sind, gestaltet sich die Verlegung und Verarbeitung der Bretter gerade deshalb besonders schwierig. Eine Verschraubung ohne vorgebohrte Löcher ist praktisch unmöglich. Eine einfachere Befestigungsmethode wäre die Anbringung von Fixierungsclips.

4. Fazit: Darum führen wir keine Bambus Terrassendielen

Sie wissen nun, wie Bambus Terrassendielen hergestellt werden, kennen ihre Vor- und ihre Nachteile. Wir vom Holzterrassen Kastell haben uns eingehend mit dem Material und den daraus hergestellten Dielen beschäftigt und sind nach reiflicher Überlegung zu der Entscheidung gekommen, Bambus Terrassendielen nicht in unser Sortiment aufzunehmen.
Warum wir uns so entschieden haben? Nun, die Vorteile der Dielen sind auf der einen Seite nicht von der Hand zu weisen: Hohe Witterungsbeständigkeit, schnelles Wachstum ohne Einsatz von Düngemitteln und Extra-Bewässerung, niedrige Preise und geringer Pflegeaufwand – das sind nur einige der Punkte, die eigentlich für die Bambus Terrassendielen sprechen sollten.
Die negativen Seiten überwiegen unserer Meinung nach aber die positiven Aspekte. Die übermäßig langen Transportwege überschatten die ansonsten gute Ökobilanz des Ausgangsmaterials. Möglich gesundheitsschädliche Eigenschaften der bei der Produktion verwendeten Klebstoffe, (noch) fehlende Langzeitstudien zu Bambus als Terrassenmaterial sowie die schwierige und aufwendige Montage der Dielen sprechen in unseren Augen eine eindeutige Sprache. Die Nachteile sind größer als die Vorteile. Und genau deshalb werden im Angebot des Holzterrassen Kastells bis auf Weiteres keine Bambus Terrassendielen zu finden sein.

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